Truth Or Lie
Es war vor nicht allzu langer Zeit als ich letzten Sommer zu der Geburtstagsfeier meiner besten Freundin ging. Nicht mehr erwartent als eine übliche Feier mit Alkohol und politisch großen Diskussionen. So saß ich also da und dann sagte sie es:” Ich hole jetzt eine alte Freundin von mir vom Bus ab.” Nichts ahnend trank ich weiter meinen Vodka Orange und tätigte einen weiteren Zug von meiner Tschick. Einige Zeit später kam ich kurz mit der Neuen ins Gespräch. Fotographie, ein kleines Hobby von mir, ebenso von ihr. Also entschied ich ihr den Instagram Account eines Freundes aus Baby-Tagen zu zeigen, da er doch wohl sehr begabt in dem Werk der Fotobearbeitung ist. Und dann explodierte die Bombe. “Warte du kennst ihn?”, fragend und leicht schockiert. “Ja, ich war mit ihm bis vor kurzem noch ein Paar”, trauernd und leicht amüsiert, “bis er mich mit seiner Neuen betrogen hat.” Dann hatte sie mich endgültig. Die Welt mit all ihren Facetten wurde erleuchtet, inspiziert von uns zwei. Musik neu definiert und neu entdeckt. So kurz die Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang doch schien. Zwölf Stunden im Fluss geredet, erzählt, getröstet. Ohne Schlaf die ganze Nacht verstrichen. Mit dem Kommen der Müdigkeit und der unaufhaltbaren voranschreiten der Zeit musste auch dieses Gespräch ein Ende nehmen. Ich begleitete sie zur Busstation und wir sagten Lebewohl. Für wie lange, das wussten wir damals nicht.
Es trug sich auch vor geraumer Zeit zu, dass die Welt aus ihren Fugen gleitete. Es war ein Tag wie jeder andere es auch hätte sein können. Aufstehen, Frühstück, die alltägliche Odyssee zur Schule. Vormittag, Nachmittag. Die Zeit zog unbemerkt vorbei. Tunnelblick nach vorne, Schritt, Schritt. Abend, Sonnenuntergang. Ein Spaziergang durch das in Gold getauchte Hügelland. Kalte Tränen vom trauerned Himmel. Wolken dunkel wie die nie verschwindenden Augenringe. Lichtreflexionen in meinen frost blauen Augen, Walküren auf Donnern reitend, galoppieren durch die verlassenen Täler. Blitze zucken über den sternlosen Nachthimmel, erleuchten den ehrfürchtigen Wald und die unbeugsamen Menschen in ihren unzerstörbaren Häusern. Hügelspitze, ein einsamer Baum, einsam, allein, alles überblickend. Zu zweit dem Ungeheuer strotzend, der Wind versuchend uns zu unterwerfen. Nur ein T-Shirt und Wurzeln gegen die unaufhaltbare Natur. Ein Licht, sich von den Wolken herunter ringend. Mein einziger Freund, getroffen. Ich, das Holz splittern hörend, das Knallen in meinen Ohren hallend. Der Strom mich vom Thron verbannt. Nun am Boden vor Schmerzen schreiend, besiegt, mein alter Freund nun verkohlt von uns gegangen und ich zerstört, verängstigt. Mein pulsierendes Herz lauter als das Donnergrollen. Der Rauch brennt sich einen Weg durch Lunge und Pupillen, alles in seinem Weg eliminierend. Das Feuer schon nur noch am Glühen, heißer als meine Seele je in der Hölle brennen könnte. Ein Sieg für die Natur, gegen alles und jeden der sich ihr in den Weg stellt, denn sie war auf immer da und wird es immer sein. Kein Gott, kein Mensch kann sie je bezwingen. Gebet auf.